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Leitlinien für eine bessere Behandlung

Leitlinien für eine bessere Behandlung

Etwa zehn Prozent aller Menschen weltweit leiden an einer chronischen Niereninsuffizienz und auch für Deutschland trifft diese Rate in etwa zu. Bei dieser Erkrankung verschlechtert sich die Nierenfunktion kontinuierlich über Monate oder Jahre hinweg bis hin zum Terminalstadium, in welchem die Leistung des lebenswichtigen Organs bei nur noch 15 Prozent oder weniger liegt. Zu diesem Zeitpunkt besteht dann zumeist die Notwendigkeit zur Durchführung einer Nierenersatztherapie, der Dialyse. Der rechtzeitige Beginn einer nierenschützenden Behandlung kann das Fortschreiten der Krankheit oft bremsen, jedoch führt die Niereninsuffizienz häufig zu weiteren Begleiterkrankungen, welche ebenfalls behandelt werden müssen. Am REGIOMED Klinikum Coburg wurde nun ein entscheidender Beitrag zur Behandlung von Störungen des Mineral- und Knochenhaushalts bei chronischer Niereninsuffizienz geleistet.

Patienten mit einer chronischen Niereninsuffizienz weisen eine besondere Neigung zu Knochenerkrankungen auf. Der Körper kann kein Vitamin D mehr aktivieren und produziert eine zu hohe Menge des Knochenhormons Parathormon. Zudem häufen sich Phosphat und Kalzium im Körper an. Da die Arterien dadurch stark verkalken können, begünstigt diese Konstellation neben Frakturen auch Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Im Sommer 2017 wurden von KDIGO (Kidney Disease: Improving Global Outcomes), einer internationalen gemeinnützigen Organisation mit dem Ziel der Verbesserung der Behandlung von Patienten mit Nierenkrankheiten, internationale Leitlinien zur Diagnostik und Therapie der Störungen des Mineral- und Knochenhaushalts bei chronischer Niereninsuffizienz veröffentlicht. Die von Prof. Dr. Markus Ketteler, Chefarzt Nephrologie am REGIOMED Klinikum Coburg, und seiner amerikanischen Kollegin Prof. Dr. Mary B. Leonard (Stanford University) federführend erarbeiteten Leitlinien widmen sich der Frage, wie man die Krankheitsbelastung im Bereich der chronischen Nierenerkrankungen weltweit verbessern kann. Aus Sicht der Deutschen Gesellschaft für Nephrologie e.V. gelten die Leitlinien der KDIGO auch in Deutschland als bindend und spielen damit eine wichtige Rolle bei der Behandlung von Nierenerkrankungen.

Ergänzend zu den Leitlinien von Prof. Ketteler und Dr. Leonard ist nun außerdem ein offizielles englischsprachiges, weltweit abrufbares Video der KDIGO-Organisation erschienen (www.youtube.com/watch?v=FJsIm5k3tPE), in welchen die wesentlichen Punkte der Publikation unter persönlicher Beteiligung von Prof. Ketteler mit praktischen Anwendungsbeispielen dargestellt werden. Dieses Video ist bereits mehrere hundert Male abgerufen worden und findet in Fachkreisen eine relevante Beachtung, so dass es damit auch zum nationalen und internationalen Renommee des REGIOMED-Verbunds und des Klinikums Coburg beiträgt.

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