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Über Vernetzung, Zentrumsbildung und Interdisziplinarität

Über Vernetzung, Zentrumsbildung und Interdisziplinarität

Vernetzung ist der Grundgedanke, der hinter den REGIOMED-KLINIKEN steht. Als einzigartiger kommunaler Gesundheitsverbund verbindet REGIOMED über die Landesgrenzen von Thüringen und Bayern hinweg sechs Kliniken, 15 Medizinische Versorgungszentren, sieben Seniorenzentren, zwei Wohnheime und den bodengebundenen Rettungsdienst im Landkreis Sonneberg.

Am 6. und 7. Oktober 2017 fand mit den 1. Internationalen REGIOMED Herz-/Gefäß- und Lungentagen im Kongresshaus Rosengarten in Coburg ein fachübergreifender medizinischer Kongress als gemeinsame Veranstaltung der im REGIOMED Herz-/Gefäß- und Lungenzentrum kooperierenden Abteilungen statt, der genau dies zum Thema hatte: Vernetzung, Interdisziplinarität, fachübergreifende Zusammenarbeit. Initiiert wurde der Kongress von Dr. Marcus Thieme (Chefarzt REGIOMED Gefäßzentrum Sonneberg, Abteilung Angiologie/Kardiologie/Diabetologie), Prof. Dr. Johannes Brachmann (Chefarzt Kardiologie am Klinikum Coburg) und Dr. Christian Franke (Chefarzt REGIOMED Lungenzentrum Sonneberg, Abteilung Pneumologie).

Der Kongress ist vor 14 Tagen zu Ende gegangen, wie sieht die Bilanz der Veranstaltung aus?

Wir können durchaus sehr zufrieden mit der Resonanz sein. Über 300 Teilnehmer haben an beiden Tagen am Kongress teilgenommen. Insbesondere die Workshops fanden beeindruckenden Anklang, aber auch die wissenschaftlichen Sitzungen waren sehr gut besucht.

Was haben die Menschen unserer Region von einer solchen Tagung?

Wir konnten uns mit sehr namhaften Referenten aus der Region und ganz Deutschland zu wichtigen Details der Herz-/Gefäß- und Lungenkrankheiten austauschen. Dazu muss man wissen, dass diese Krankheitsbilder zu den „Top Ten“ der meistbehandelten Erkrankungen in der zivilisierten Welt gehören und diese Patienten auch am häufigsten in Krankenhäusern aufgenommen werden. Sowohl wir Klinikärzte als auch die Niedergelassenen haben den Anspruch, gerade diesen Patienten die bestmögliche Therapie zukommen zu lassen. Eine solche Veranstaltung trägt mit Sicherheit dazu bei.

Gibt es andere positive Effekte für die Region?

Wie Sie wissen, herrscht wie in vielen anderen Bereichen auch in der Medizin und Pflege ein großer Mangel an Fachkräften. Entsprechend stehen wir in einem scharfen Wettbewerb mit anderen Regionen – sowohl um qualifizierte Fachkräfte im ärztlichen als auch im pflegerischen Bereich. Eine solche Veranstaltung fördert natürlich die Wahrnehmung und Anerkennung unserer Region Südthüringen/Oberfranken und kann somit den Einen oder Anderen doch motivieren, zu uns zu kommen. Davon profitieren zunächst wir als Klinikverbund, aber mittelfristig auch die niedergelassenen Ärzte der Region. Die Lokalpolitik hat uns daher auch in Person von Herrn Oberbürgermeister Norbert Tessmer und Frau Landrätin Christine Zitzmann persönlich unterstützt.

Worin sind die Höhepunkte der Tagung zu sehen?

Das war mit Sicherheit der Festvortrag von Prof. Dragan Primorac zum Thema genombasierte Therapie. Der Medizinnobelpreis ging in diesem Jahr an drei Mediziner, die sich mit der Chronobiologie beschäftigt haben, und auch die genombasierte Therapie stellt die Individualität des einzelnen Menschen mehr in den Vordergrund. Die Zukunft wird so aussehen, dass wir viele Therapieformen anhand des menschlichen Genoms ganz speziell an den Einzelnen anpassen können.

Gab es besondere Themenfelder, für die neue Erkenntnisse präsentiert wurden?

Wir hatten sehr intensive Diskussionen zur Herzinfarktversorgung, wo wir dank unseres Herzinfarktnetzwerkes schon sehr weit sind, oder auch darüber, bei welchen Patienten man mit einem implantierbaren Defibrillator den plötzlichen Herztod vermeiden kann. Spannende Vorträge gab es auch zum Thema diabetischer Fuß, wo wir als REGIOMED-KLINIKEN bereits an zahlreichen Studien zur Verbesserung der Behandlungsergebnisse teilnehmen. Viele innovative Methoden konnten zudem in der Lungenmedizin beraten werden – auch hier sind wir dank der seit 15 Jahren etablierten interventionellen Pneumologie und der hochkarätig neu besetzen Thoraxchirurgie in der Lage, den Patienten unserer Region modernste Therapieoptionen anzubieten. Aber auch eher „totgeschwiegene“ Themen wie das „offene Bein“, das zum Beispiel nach Thrombosen auftreten kann, wurden diskutiert. Auch hier werden wir vielen Patienten künftig mit neuartigen Möglichkeiten weiterhelfen können.

Stichwort Vernetzung: Das Herzinfarktnetzwerk Nord-Oberfranken/Südthüringen, das sich aus den einzelnen Häusern des REGIOMED-Verbundes zusammenschließt, gibt es bereits seit mehr als zehn Jahren…

So gesehen kann das Herzinfarktnetzwerk als Keimzelle des REGIOMED-Gedankens angesehen werden, aus dem sich schließlich der Verbund entwickelt hat. Solche Netzwerke sind in Bayern inzwischen flächendeckend vorhanden und werden für das gesamte Bundesgebiet gefordert. Wir haben im Netzwerk unsere Zusammenarbeit festgelegt, um für jeden Patienten die schnellstmögliche qualifizierte Versorgung zu gewährleisten. Dazu gehört auch, dass wir uns in regelmäßigen Abständen zusammensetzen, um zu schauen, was noch optimiert werden kann.

Interdisziplinarität und Vernetzung: Wohin geht der Weg?

Die Zukunft geht eindeutig immer mehr zur Zentrumsbildung, wie wir das für den Bereich Herz/Gefäße/Lunge vorgelebt haben. Die Politik fördert dies zum Beispiel durch Mindestmengenregelungen, Facharztquoten und Qualitätsstandards. Wir stellen uns dieser Herausforderung gern, denn in vielen Spezialitäten unserer Standorte kann sich die Versorgung durchaus mit jeder Universitätsklinik messen lassen. Für unsere Patienten ist es der beste Weg, wenn Ihnen die Expertise der einzelnen Experten letztlich an allen Standorten unserer Kliniken zugutekommt. So ist es beispielsweise unser Anspruch, dass ein Gefäßpatient an allen Standorten die gleiche hochwertige Qualität der Behandlung bekommt, egal wo er zunächst aufgenommen wird. Wir erreichen dies durch gemeinsame Behandlungspfade, die an nationale und internationale Leitlinien angelehnt sind, Konferenzen und Austausch von Medizinern. Natürlich wird dennoch auch gelegentlich eine Verlegung an einen anderen Klinikstandort notwendig werden. Dass wir da auf einem guten Weg sind, zeigt die Zertifizierung unseres Gesamtverbundes, aber auch vieler einzelner Zentren.

Der Bevölkerungstrend geht zu immer mehr älteren Menschen mit immer mehr verschiedenen Krankheiten. Wie reagiert REGIOMED darauf?

Durch den Ausbau der kardiovaskulären Medizin, der Altersmedizin (Geriatrie) und der Rehabilitation. Auch die Verzahnung der ambulanten und stationären Versorgung wird in Zukunft noch wichtiger werden, das vom Gesetzgeber zum 1. Oktober eingeführte Entlassmanagement steht schon längere Zeit bei uns im Focus.

Nach dem Kongress ist vor dem Kongress – wie geht es nun weiter?

In diesem Jahr stand die Interdisziplinarität im Vordergrund, im nächsten Jahr möchten wir die Zusammenarbeit der einzelnen Professionen des Gesundheitssektors noch mehr in den Vordergrund stellen. Unter dem Motto „Qualität in der Patientenversorgung durch Interdisziplinarität und Interprofessionalität“ werden wir den 1. REGIOMED Pflegetag gemeinsam mit dem 2. Internationalen REGIOMED Herz-/Gefäß- und Lungentag am 9. November 2018 im Kongresshaus Rosengarten veranstalten. Hierbei werden wir neben den fachspezifischen Themen die Zusammenarbeit zwischen Ärzten, Pflegenden und Therapeuten in den Vordergrund stellen. Der ehemalige Präsident des Deutschen Pflegerates, Andreas Westerfellhaus, hat seine Teilnahme bereits zugesagt und wir werden spannende und auch kontroverse Diskussionen zu erwarten haben.

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