Die Intensivstation

Eine Intensvistation ist eine Abteilung mit speziell ausgerüsteten Betteneinheiten, deren Aufgabe die Überwachung, Behandlung und Pflege schwerstkranker Menschen mit lebensbedrohlichen Störungen ist. Die Aufnahme und Verlegung auf eine Intensivstation trifft einen Menschen in der Regel unvorbereitet. Die plötzliche Bedrohung des Lebens durch eine schwere Erkrankung, die Verschlechterung einer bestehenden Erkrankung oder einen Unfall lößt bei vielen Patienten und deren Ange-hörigen Ängste und Sorgen aus. Zu Recht erwarten Sie medizinische und pflegerische Hilfe, rasche Linderung und Fürsorge.

Wir als Behandlungsteam, möchten Ihnen neben einer modernen und wissenschaftlichen Intensivbehand-lung, das Gefühl vermitteln, dass wir Sie verstehen und das Sie sich bei uns geborgen fühlen können. Wir versichern Ihnen, dass unsere Patienten vom gesamten Behand-lungsteam liebevoll betreut und gepflegt werden.

Am Eingang unserer Station befindet sich eine Rufanlage. Wenn Sie die Klingel betätigen, wird sich das Personal über die Sprechanlage mit Ihnen in Verbindung setzen. Bitte haben Sie Verständnis, wenn Sie eventuell einen Augenblick warten müssen. Wir haben Sie nicht etwa überhört, sondern sind gerade mit der Pflege unserer Patienten beschäftigt. Aus hygienischen Gründen bekommen alle Besucher einen blauen Überkittel angezogen und werden darauf hingewiesen, sich vor und nach ihrem Besuch die Hände zu desinfizieren. Zu diesem Zweck befindet sich neben der Garderobe ein Spender mit Desinfek-tionsmittel. Auf diese Maßnahmen können wir zur Sicherheit Ihres Angehörigen nicht verzichten.

Wir sind bemüht, pflegerische Maßnahmen nicht innerhalb der Besuchszeiten zu erledigen. Diese Zeit gehört Ihnen und Ihren Angehörigen. Da alle unsere Geräte mit Alarm-funktionen ausgestattet sind, ist die Überwachung auch gewährleistet, wenn sich das Pflegepersonal während der Besuchszeit nicht im Patientenzimmer aufhält. Wenn Sie Fragen zur Pflege und Betreuung Ihres Angehörigen haben, wenden Sie sich vertrauens-voll an die Schwestern und Pfleger der Abteilung.

Fragen zur Behandlung und zum Krankheitsverlauf darf Ihnen aus rechtlichen Gründen nur ein Arzt beantworten. Bitte einigen Sie sich dazu auf bestimmte Bezugsper-sonen aus Ihrer Mitte, denen Auskunft erteilt werden soll.

Was Sie über uns wissen sollten!

Wir sind eine interdisziplinäre Intensivstation. Das bedeutet, dass wir schwerstkranke Patienten aus allen Fachbereichen aufnehmen und behandeln. Unser Behandlungsteam besteht aus qualifiziertem und erfahrenem Personal, welches sich zur Aufgabe gemacht hat, Ihren Angehörigen optimal zu versorgen und zu betreuen. Wir setzen moderne Technik und Apparate ein, um Ihren Angehörigen ständig zu überwachen und somit im Notfall rechtzeitig eingreifen zu können.

Das auf Sie der Anblick der vielen technischen Geräte beängstigend und verwirrend wirken kann, verstehen wir gut. Deshalb möchten wir Ihnen an Hand dieser Broschüre die wichtigsten Geräte erklären, um Ihnen Ihre Ängste zu nehmen.

Fast immer sind Ihre Angehörigen an einen Tropf angeschlossen. Wie Sie vielleicht schon wissen, wird dieser als Infusion bezeichnet. Diese Infusion ist besonders wichtig, um den Patienten mit ausreichend Flüssig-keit und Nährstoffen zu versorgen. Über diese Schlauchsysteme können dem Patienten auch Medikamente verabreicht werden. Um diese exakt zu dosieren, verwenden wir Spritzenpumpen oder Infusionspumpen. Zur Kontrolle der Urinausscheidung haben manche Patienten einen Blasenkatheter. Der Urin fließt dann in einen Beutel, der am unteren Bettgestell befestigt wird. Dies ist natürlich nur eine vorübergehende Maßnahme, bis es Ihrem Angehörigen wieder besser geht.

Zur ständigen Überwachung ist Ihr Angehöriger an einen Monitor angeschlossen, der uns laufend den Blutdruck, den Puls, evtl. die Temperatur und die Häufigkeit der Atemzüge anzeigt. Dies ist nur durch viele Kabel möglich. Der Patient empfindet sie manchmal als sehr störend. Deshalb möchten wir Sie bitten, beruhigend und aufmunternd auf Ihren Angehörigen einzuwirken. Wenn Ihr Angehöriger allein keine Nahrung zu sich nehmen kann, wird er durch seine Infusion oder über einen Schlauch der dem Patienten in den Magen geschoben wird, ernährt. Diese Nahrung ist eine Art Puddingsuppe die sehr kalorienreich ist.

Einige unserer Patienten müssen künstlich beatmet werden und sind deshalb an ein Beatmungsgerät angeschlossen. Dazu wird dem Patienten ein Schlauch über den Mund in die Luftröhre gelegt, durch den dann die Luft in die Lungen ein- und ausströmen kann. Während dieser Behandlung können Sie sich leider nicht mit Ihrem Angehörigen unterhalten, da dieser Schlauch vorübergehend die Stimmbänder blockiert. Wir halten es aber trotzdem für sehr wichtig, dass Sie mit Ihrem Angehörigen reden, denn es besteht die Möglichkeit, dass er Sie verstehen kann.

Besuch Ihrer Angehörigen!

Es ist uns sehr wichtig, dass Sie und Ihr kranker Angehöriger die Möglichkeit haben, Kontakt zu halten und für einander da zu sein. Deswegen sind wir auch eine der wenigen Intensivstationen, die ihre strenegn Besuchsregelungen im Sinne der Patientenzufriedenheit gelockert haben. Wir sind der Meinung, dass dies auf den Genesungsprozess positive wirken kann. Trotzdem möchten wir Sie bitten, einige Hinweise zu beachten:

Sie können Ihren Angehörigen täglich besuchen. Bitte nutzen Sie unsere Besuchszeiten von 14.30 - 15.30 Uhr und 17.00 - 17.30 Uhr.. Zu dieser Zeit haben Sie die Möglichkeit, einen der behandelnden Ärzte zu sprechen. Sollte Sie zu dieser Zeit beruflich verhindert sein, sind wir nach Absprache bereit, eine andere Besuchsregelung für Sie zu finden.
Um unsere Patienten nicht zu überfordern, ist es wichtig, dass Sie Ihre Besuche kurz aber dafür regelmäßig halten. Auch sollten es nicht mehr als zwei Familienangehörige sein, die sich gleichzeitig an seinem Bett befinden. Da wir auch immer an die Überwachung und Behandlung der schwerkranken Mitpatienten denken müssen, bitten wir Sie, das zu respektieren.

Leider besteht bei uns nicht die Möglichkeit Blumen am Patientenplatz aufzustellen. Wenn Ihr Angehöriger dennoch eine ganz besondere Freude darin sieht, dann können Sie Ihn mit einem ganz kleinen Strauß erfreuen. Vielleicht freut er sich aber auch über ein Foto der Familie oder ein schönes Buch genauso.

Was Ihr Angehöriger bei uns braucht!

Im Gegensatz zu anderen Stationen benötigen die Patienten der Intensivstation nur wenig persönliche Dinge. Deswegen müssen Sie Ihren Angehörigen auch keine Wäsche oder Kosmetikartikel mitbringen. Alle für die tägliche Körperpflege benötigten Utensilien bekommt der Patient von der Klinik gestellt. Dies betrifft zum Beispiel Handtücher, Waschlappen, Zahnbürste, Zahnpasta, Rasiersachen, Körperpflegemittel, Kamm, Taschentücher usw. Auch eigene Kleidungsstücke sind aus hygienischen Gründen nicht erlaubt. Was Ihr Angehöriger während seines Aufenthaltes benötigt, wird ihm zur Verfügung gestellt.

Wertsachen (Schmuck, Geld, Papiere, Uhr) sollten Sie in Absprache mit Ihrem Angehörigen mit nach Hause nehmen. Ist dies nicht möglich, werden wir diese Sachen in der Klinik gegen eine Empfangsbestätigung hinterlegen.
Wenn Ihr Angehöriger auf eine andere Station verlegt wird, sind wir bestrebt, Ihnen das rechtzeitig mitzuteilen, damit Sie ihm die benötigten Sachen mitbringen können. Auf was er natürlich nicht verzichten sollte, sind verordnete Heil- und Hilfsmittel, wie zum Beispiel Brille, Zahnprothese, Hörgerät, u. ä.

Anmerkungen

Telefonate
Es besteht die Möglichkeit, kurze Telefongespräche mit Ihren Angehörigen unter der Telefonnummer 03685/773137 zu führen.

Sozialarbeit
Die Krankehausfürsorgerin unserer Klinik, Frau Gabriele Kieser, Sozialdienst, steht Ihnen gern zur Verfügung, um bei sozialen Schwierigkeiten oder Fragen mit Ihnen zu sprechen oder Sie zu beraten.

Religiöse Bedürfnisse
Wenn Sie oder Ihr Angehöriger den Wunsch haben, einen Geistlichen zu sehen, dann teilen Sie uns das bitte mit. Wir sind jederzeit bereit, die religiösen Bedürfnisse unserer Patienten zu respektieren.

Grenzen der Intensivbehandlung
Das Ziel unserer Patientenversorgung ist immer die Überwindung eines lebensbedrohlichen Zustandes, um den Patienten nach seinem Aufenthalt auf der Intensivstation, auf die Allgemeinstation zu verlegen. Dass uns das nicht immer gelingen kann, liegt an der Schwere seiner Erkrankung. Deswegen ist es uns leider nicht möglich jedes Leben zu retten. Wir versichern Ihnen jedoch, dass wir immer bestrebt sind, für Ihr Familienmitglied das in der modernen Medizin Mögliche zu tun und ihm dabei eine optimale psychische Betreuung zu geben.